Mittwoch, 13. April 2011

komische Apotheker

Es ist erstaunlich. Ich bin nun schon seit nun mehr 10 Jahren als PTA tätig, habe also tagtäglich mit meinen lieben studierten, approbierten und sogar promovierten Vorgesetzten zu tun, und dennoch, schafft es das liebe Volk der Apotheker mich immer wieder aufs neue den Kopf verzweifelnd schwingend schütteln zu lassen.

Für alle Nichtpharmazeuten: Apotheker sind im allgemeinen sehr intelligente Menschen, meist sehr geizig, überpingelichst genau und präzise. Darüber hinaus gehört die Gattung der Apotheker zu einer sehr speziellen Art des Homosapiens. In der freien Wildbahn kann man sie am besten durch ihre auffälligen, extravaganten und seeehr speziellen Persönlichkeiten erkennen. Wer mindestens einen Ihrer Art persönlich kennt, weiß wovon ich rede.

Ich habe die letzten 10 Jahre täglich Grundlagenforschung betrieben um hinter die Denkstrukturen dieser außergewöhnlichen Gattung zu steigen, bislang nur mit mäßigem Erfolg. Diese Spezies ist so vielfältig wie ihre Apothekenausstattung, es bleibt unmöglich das System dahinter zu erkennen.
Ich könnte euch so viel Geschichten erzählen, angefangen vom Apotheker der stolz wie Bolle ist weil er im Notdienst eine Salbe rühren durfte, sie aber 1. falsch gemacht und 2. falsch berechnet hat, über den der mich Zwang einen Tropfen durch 5 zu teilen, den der mich bis aufs übelste herunter lies weil ich zu freundlich bin, den anderen der seine Männlichkeit beim Umzug verlor bis hin zu demjenigen der sich beim Versuch einen Toner auszutauschen (Praktische Arbeit = unmöglich für die Männchen!! - Lebensgefahr!!) von oben bis unten mit schwarzem Staub einsaute und nicht verstand woher der Staub kam. Das nur um einige Beispiele zu nennen.

Heute begenete mir wieder ein sehr charakteristisches Männchen. Es bat mich für ihn einen Versuch herzustellen, den ich auf bestimmte Zeit einlagern sollte um danach die Stabilität zu testen. Der Versuch sollte bis September gelagert werden und dann untersucht werden. Auf die Frage welcher Wert denn am wichtigsten sei, erhielt ich eine tod ernste Antwort: "Der 6-Monatswert!"
Daraufhin schwieg ich, grinste und hatte die netten Worte meines Kollegen im Kopf:
"Apotheker ist keine Berufsbezeichnung, sondern eine Diagnose!"

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